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Der Verein Lehrerinnen und Lehrer Deutschfreiburg setzt sich für die beruflichen und gewerkschaflichen Anliegen seiner Mitglieder ein, weil der Lehrberuf ein wunderbarer und wichtiger Beruf ist.

Fernunterricht – bringt Covid-19 ganz nebenbei einen neuen Berufsauftrag für die Lehrpersonen?

Gedanken von Jacqueline Häfliger, LDF Präsidentin

Lehrpersonen werden für einen Präsenzunterricht ausgebildet. Sie hören hin, lesen die nonverbalen Zeichen ihrer Schülerinnen und Schüler, leiten sie durch ihr Lernen und reagieren bei Schwierigkeiten mit entsprechender Unterstützung. Unterrichten ist Beziehungsarbeit, die im Präsenzunterricht geschieht. In die Augen sehen geht einher mit Ansehen.

Nun ändern all diese bisherigen Faktoren mit dem Fernunterricht. Das soziale Gefüge der Klasse gibt es in seiner bisherigen Form nicht mehr. Unterricht findet auf Papier, digital, mit Eltern oder Geschwistern, manchmal in erlaubten Chatrooms und vielleicht auch mit Lernvideos statt. Das «Ansehen» von Menschen und Materie verschiebt sich von der analogen in die digitale Welt.
E-learning ersetzt den direkten Bezug zwischen Schülerin/Schüler und der Lehrperson. Spontanes Anpassen der Lernmethode oder des Andock-Themas weichen der vordefinierten Form. Ebenso entfällt die Anpassung der Lernschritte an beobachtete Lernhemmnisse, wie dies im Präsenzunterricht möglich ist.

Werden die Lehrpersonen nach der Corona-Krise zu E-Learning-Anbietern in der Klasse mit Fernunterrichtselementen?
E-Learning-Methoden verlangen ein anderes Lehr- und Lernkonzept, angepasste Wege und Möglichkeiten zur Beurteilung des Lernfortschrittes aber vor allem eine bedachte Auswahl bei ihrem Einsatz. E-Learning ist kein Wundermittel, sondern nur ein weiterer Weg zum Lernen. Neue Ausbildungsinhalte in der Lehrpersonenbildung müssen definiert werden, die nicht nur die Methodenkompetenz im E-Learning erweitern sondern auch die Entwicklung der Sozial- und Selbstkompetenzen der Lernenden ermöglichen. Ein Erfolgsfaktor von E-Learning ist die Selbständigkeit der Lernenden, die sich in einer ausgeprägten Selbstdisziplin äussert. Einigen wird diese in die Wiege gelegt, andere arbeiten ein Leben lang daran.
Fernunterrichtselemente wird es bei uns wohl kaum geben. Die öffentliche Schule will die Chancengerechtigkeit wahren. Da gerade das heimische Umfeld diese entscheidend beeinflusst, wird dieser Einfluss sicher von den Bildungsverantwortlichen reduziert werden wollen. Dass aber Lernplattformen, die Stoff konsolidieren, vermehrt ausserhalb der Schule genutzt werden, ist nach Anstoss sicher. Die Wissensschere wird sich eher öffnen.

Ist digitales Lernen auch eine Chance für Lehrpersonen?
Einige sehen in den Lehrpersonen spezialisierte Lerncoaches, die die Lernenden durch ihre individuell angepasste Lernwelt leiten und damit sehr individualisiert auf deren Bedürfnisse eingehen können. Darauf freuen sich bestimmt viele Lehrpersonen, sofern die Anzahl der so begleiteten Lernenden den Auftrag erfüllbar machen. Ich denke an einen sek1-Lehrer, der aktuell in einem Fach im Fernunterricht 55 SchülerInnen betreut. Will er mit jeder Schülerin, jedem Schüler eine halbe Stunde pro Woche den Wochenplan besprechen und Lernfeedbacks geben, dann muss er 28 Stunden seiner Arbeitszeit dafür einsetzen. Der Platz für digitales Lernen im Sinn von einem sehr individuell zusammengestellten Lernprogramm ist in unserem System sehr eingeschränkt. Digitales Lernen macht Sinn. Aber es darf nicht mit Erwartungen an die obligatorische Schule verknüpft werden, die wegen der Rahmenbedingungen nicht zu erfüllen sind.
Ist digitales Lernen auch eine Chance für die Lernenden?
Individuell den Stoff aufarbeiten, dabei auf Lernvideos und Übungsmaterial zugreifen zu können, ist ein wichtiger Vorteil dieser Methode. Grundsätzlich begrüsse ich deren Einsatz. Aber: Schülerinnen und Schüler brauchen den sozialen Kontakt, die physische Präsenz der anderen. Nur auf diese Art können Sozialkompetenzen in der realen und nicht virtuellen Welt aufgebaut und geübt werden.

Verändert E-Learning den Bildungsauftrag und damit den Berufsauftrag der Lehrpersonen?
Der Bildungsauftrag, wie er im Schulgesetz formuliert ist, bleibt sicher unverändert. Allerdings werden sich die Bildungsinhalte erneut verschieben. Die Einführung des Faches Medien+Informatik hat sich auf Kosten kreativer Fächer verwirklichen lassen. Nun wird eine Gegenkorrektur nötig werden. Die Entwicklung der Selbstständigkeit und Resilienz der Schülerinnen und Schüler, ihres kritischen Denkens und ihrer Kreativität wird zu einer zentralen Aufgabe der Schule mit digitalen Elementen werden.

Unterrichten wird nach der Krise anders?
Ja, Unterrichten wird nach der Krise anders werden. Digitale Formen werden zur Normalität werden. Die Individualisierung wird jedoch nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen angepasst werden. Und Kreativität, kritisches Denken wie auch eine soziale Einbindung brauchen einen neuen Raum.
Ich freue mich auf die Zukunft des Lehrberufs.

 

Nadine Thalmann zur neuen LDF-Präsidentin gewählt!

Liebe Lehrpersonen

Als zukünftige Präsidentin des LDF darf ich mich an euch wenden. Vor  einigen Wochen wurde bekannt, dass ich mich ab dem 1. Juli 2020 den Aufgaben des Präsidiums widmen darf. Auf diese neue Herausforderung freue ich mich sehr!
Der Lehrerjob ist ein sehr wichtiger, aber nicht immer einfacher Job. Als Primarlehrperson weiss ich nur zu gut, «wo der Schuh drückt». Somit werde ich mich mit grossem Engagement und genauso viel Motivation für die Lehrpersonen einsetzen.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit euch Lehrpersonen, dem Vorstand und allen Akteuren des Schullebens, so dass die bestmöglichen Voraussetzungen für einen guten Unterricht geschaffen werden können.

«Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.»  Zusammen können wir die kräftigsten Windmühlen bauen.

Nadine Thalmann

 

Liebe LDF-Mitglieder

Wir bleiben trotz der Corona-Krise am Ball und sind für euch da. Im Moment werden wir euch aber nur über ganz dringende Inhalte informieren.
Die Organisation, der Fernunterricht, die Betreuung der SuS  usw. wird nicht überall gleich gehandhabt. Wir haben ein offenes Ohr, wenn ihr denkt es läuft etwas nicht gut. Natürlich hören wir auch gerne von Sachen, die gut laufen.

Viel Energie, Geduld und Vertrauen und alles, alles Gute wünscht
Euer Vorstand

Fragen an LDF: «Corona-Krise»

Wichtige LDF-Termine

Nächstes RG-Treffen
neuer Termin folgt!

Wir brauchen dringend engagierte Leute für den Vorstand! Die Bereiche Kindergarten, Technisches/Textiles/ Bildnerisches Gestalten und Hauswirtschaft sind nicht vertreten. Auch in den anderen Bereichen wären wir sehr froh für weitere Unterstützung!
Meldet euch bei Jacqueline! 

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Stell dir vor,
es gäbe keinen LDF …

Es ist eine wichtige Errungenschaft der Arbeitnehmenden, dass sie in Berufsverbänden und Gewerkschaften organisiert bei der Gestaltung der Arbeitswelt mitreden können. Das gilt auch für Lehrpersonen. Der LDF vertritt sie gegenüber dem Staatsrat als ihr oberster Arbeitgeber. Er setzt sich für annehmbare Arbeitsbedingungen ein, bestimmt als Berufsverband Entwicklungsrichtungen mit und vernetzt die Lehrpersonen mit dem Schweizerischen Lehrerinnen und Lehrer Dachverband LCH, dem Freiburgischen Dachverband der Staatsangestellten FEDE und jenem der Freiburger Lehrpersonen DLF/FAFE.
Ein starker LDF bewegt, setzt Grenzen, fördert Qualität.

Impressionen von «Nach den Sternen greifen» vom 5. Dezember 2019 – Ein Abschied mit Tiefe und Weite

Kunst ist kein Luxus, Kunst ist der Ausdruck unserer Intelligenz!
Mit diesen Worten umspannt Jacqueline Häfliger den Anlass. Die Mitwirkenden vertreten verschiedene Kunstbereiche und sind Persönlichkeiten, die selbst nach den Sternen greifen.
Xala, die Künstlergruppe, die mit ihrer Kunst Musik und Tanz verbindet, Ganzheitlichkeit sucht, auf Altem Neues erschafft.
Hubert Schaller, der als Schriftsteller und Querdenker Sprache und Gedanken kunstvoll einsetzt, um andere Sichten zu erzeugen.
Daniel Neuenschwander, der als Direktor der ESA und Zuständiger für das Raketenprogramm technische Meisterleistungen mit gesellschaftlichen Wirkungen in Zusammenhang bringt, die Notwendigkeit von hochstehender Bildung und anspruchsvoller Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus aufzeigt.
Aber auch Milena Schaller, die sich für eine ganz andere Kunst einsetzt, nämlich jener des Ausgleichs der Fehlentwicklungen. Sie setzt Gegenakzente zu den Auswirkungen von Ausbeutung als Folge von Kolonialisierung und Welteroberung. Mit der von ihr ins Leben gerufenen Stiftung Nuru will sie Müttern und ihren Kindern eine menschenwürdige Begleitung von Schwangerschaft und Geburt im dafür geschaffenen Spital ermöglichen.

«Wenn wir uns mit dem Tatsächlichen begnügen, statt das unmöglich Scheinende zu wagen, verspielen wir die Chance, mehr zu werden, als wir sind», sagt Hubert Schaller. Er liest aus dem Anlass «Nach den Sternen greifen» folgende Botschaft an die Lehrpersonen:
«Als Lehrerinnen und Lehrer ist es ihre berufsethische Pflicht, ihre Schülerinnen und Schüler immer wieder zu ermutigen, nach den Sternen zu greifen. Das und nichts anderes lese ich aus dem Vermächtnis, das die oberste Gewerkschafterin Ihnen durch den heutigen Anlass mit auf den Weg geben möchte. Eine Lehrerin muss den Schülern eine Zukunft zutrauen. Sie muss eine Erwartung an sie haben, die zu erfüllen schwer, aber nicht unmöglich ist. Ein grösseres Geschenk als die Überzeugung, dass es auf uns ankommt, kann uns nicht gemacht werden.»

Rede von Hubert Schaller (PDF)

Bildung Schweiz

Ausgabe 4 | 2020 – jetzt neu erschienen!
– Lesen und Schreiben – Kulturtechniken im Fokus
– Mit Fragen dem Lernen auf die Spur kommen

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